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Bärli, unser harlekinfarbener Hauskater

Ich wurde Anfang September 1999, auf einem alten Baum (!) geboren. Meine Mama ist eine kurzhaarige weißgetigerte Katzendame mittleren alters. Meinen Vater habe ich nie kennen gelernt! Aber nachdem ich meiner Mutter nicht sonderlich ähnlich schaue, muss mein Vater ein weißer, eventuell mit schwarzen Flecken gezeichneter Angora (?) Kater sein. Mama hat mir nie von Ihm erzählt.

Meine drei Geschwister, ein Kater und zwei Katzenmädchen sind auch weißgetigert – nur ich bin fast ganz weiß! Lediglich zwischen meinen kleinen Ohren habe ich 2 schwarze Punkte, außerdem noch 2 etwas größere schwarze Flecken am Rücken und einen ganz schwarzen Schwanz! Meine Augen sind graublau und meine Tatzen sind rosa, genau so wie mein Näschen und mein Goscherl!

An die ersten Wochen meines Katzenlebens kann ich mich eigentlich nur mehr sehr vage erinnern. Die meiste Zeit verschlief ich und die paar Stunden am Tag wo ich wach war, hing ich an Mamas Zitzen und sog die köstliche warme Milch in mich hinein! Ich muss gestehen, ich war (bin) immer hungrig und war auch immer der Erste, an der Milchbar, wenn Mama sich in Position legte! Nach einigen Wochen kostete ich zum Ersten mal Mamas Futter - und es schmeckte mir nach anfänglicher Skepsis, fast so gut wie Mamas warme nahrhafte Milch. Schnell entwickelte ich eine Technik um uneingeschränkten Zugang zum Futter zu bekommen. Während Mama und meine Geschwister gedrängt um die Futterschüssel saßen, stellte ich mich gleich in den Futternapf hinein, um den vollen Durchblick zu bekommen und mir die besten Stücke herauszusuchen.

Jetzt ist es fast Ende September, die Tage sind warm und schön. An einem solchen Tag - es muss so gegen Mittag gewesen sein, als 2 fremde Zweibeiner zu uns kamen. Meine Mama war gerade unterwegs und so waren wir 4 kleinen Katzenkinder sehr verwirrt und verschreckt als die beiden fremden Zweibeiner mich und meine Geschwister bestaunten. Die Fremden konnten Ihr Lachen nicht unterdrücken als sie mich zum ersten mal sahen; ich hörte sie nur sagen "... wie schaust denn Du aus ?..." dann zog mich die fremde Frau aus meinem Katzenhaus, setzte mich in Ihre Handfläche, während Sie mich mit der anderen Hand behutsam streichelte! So im nachhinein gesehen, weis ich gar nicht mehr, ob ich diese Streicheleinheiten damals als angenehm empfunden habe, denn meine Angst war riesengroß und mein kleines Herzchen raste wie wild vor Aufregung. Nach einigen Minuten setzte Sie mich wieder in mein Katzenhaus und beide Zweibeiner verschwanden wieder auf die gleiche Weise wie sie gekommen sind.

Langsam beruhigten meine Geschwister und ich mich wieder; als Mama dann von Ihrem Ausflug wieder zurück kam, war unsere kleine Katzenwelt wieder in Ordnung. Aber nicht für lange, denn am nächsten Tage kam die Fremde Zweibeinerin mit Ihrer Tochter wieder! Und wieder wurde ich von meinen Geschwistern herausgerissen und liebkost! Die beiden weiblichen Zweibeiner unterhielten sich kurz mit einer dritten Frau und packten mich dann anschließend in ein weiches Tuch, welches nach meiner Mama roch.

Wie sie mich aus meiner gewohnten Umgebung hinaus trugen, warf ich noch einen letzten Blick auf meine Mama und meine 3 Geschwister; das war das letzte mal, dass ich meine Katzenfamilie sah. Die beiden Zweibeiner stiegen mit mir in eine silberne Hütte mit 4 Rädern - es brummte kurz und die Hütte setzte sich in Bewegung. Nach nur wenigen Minuten hielt das fahrende Ding wieder an und die beiden Zweibeiner stiegen wieder aus; das erste, was ich mir jetzt durch meinen kleinen Katzenkopf ging, war: "wo bin ich jetzt? – soll das mein neues Zuhause sein?" Noch wusste ich nicht, was ich davon halten sollte (30. September 1999, mein Gewicht: 40 dag, mein Alter: 4-5 Wochen).

Die ersten Tage waren entsetzlich für mich. Nur fremde Menschen (=Zweibeiner) um mich – eine Gegend (Haus), in der ich mich nicht auskannte; in meiner Angst fing ich wieder an zu fressen – gierig wie immer, stellte ich mich – so wie ich es gewohnt war, mit beiden Vorderbeinen gleich mal in den Futternapf und verschüttete dabei natürlich die ganze warme Milch, welche die Zweibeiner für mich bereitgestellt haben. Jedes Geräusch lies mich zusammenzucken - ich flüchtete in die abgelegenste Ecke und hoffte, dass das alles nur ein böser Träum war.

Nach einigen Tagen änderte ich mein Verhalten gegenüber den fremden Zweibeiner, welche doch ganz lieb, freundlich und zärtlich zu mir waren. Wir schlossen Freundschaft und arbeiteten an so manchen Kompromissen – z.B. wer zuerst im Bett ist, dem gehört das Bett – wer zu spät kommt schläft auf der Couch, wenn ich gekrault werden will – hat der Zweibeiner alles liegen und stehen zu lassen um mich zu streicheln, wenn ich Hunger habe – hat der Zweibeiner mir sofort mein Whiskas zu servieren, wenn ich spielen will – und keiner hat Zeit für mich, dann fliegen erstens die "Fetzen", zweitens die Blumenvasen bzw. die Blumenstöcke und wenn mir dann immer noch keiner die nötige Aufmerksamkeit schenkt, muss eben der Zimmervorhang daran glauben ! Meine junge Zweibeinerin hat so manches Cut von mir bekommen, immer wenn Sie geschlafen hat und ganz zufällig eine Zehe, ein Finger oder auch der Kopf aus der Decke herausschaute, mich ich mindestens einmal hinein beißen oder mit meinen Krallen daran zupfen - einmal schrie Sie ganz laut auf wie ich mich mit einer Kralle in Ihre Augenbrauen eingehakt habe - also wirklich - so was wehleidiges ...

Natürlich habe ich auch viele Spielsachen von meinen Zweibeinern geschenkt bekommen – mein liebstes Spielzeug sind kleine verschieden farbige Schaumgummi Bälle, die so lustig durch die Gegend hüpfen, dann habe ich noch 4 kleine Fellmäuse und ein paar verschieden lange Bänder – zu den kleinen Bällen muss noch erwähnt werden, dass ich diese immer wieder zu meinem Zweibeiner zurückbringe, wenn er (der Zweibeiner) sie mir weg geschossen hat; ich glaube bei Hunden nennt man das apportieren, wie das bei Katzen heißt, weis ich leider nicht! Auch meine Zweibeiner eignen sich sehr gut zum spielen, man kann sie so schön kratzen, dann bluten sie – wenn man sie beißt, dann schreien sie – das ist auch ganz lustig; leider bekommt man dafür aber manchmal einen Klaps auf das Hinterteil – das ist dann weniger lustig! Meine Zweibeinerin sitzt am Abend, bevor Sie schlafen geht, meistens auf der Couch. Die ersten Wochen hob Sie mich immer zu Ihr hoch, doch eines Tages verlangte Sie von mir, dass ich selber hinauf springen/klettern sollte. Na das war vielleicht schwierig. Nach einigen abstürzen entwickelte ich meine eigene Klettertechnik - ich krallte mich in Ihre Decke und zog mich mit ganzer Kraft hinauf auf die Couch, in Ihre Arme. Sie lobte und schmuste mit mir und ich schnurrte ganz viel und laut - ich war stolz auf meine geleistete Arbeit. Irgendwann werde ich es schaffen, dass ich ganz ohne die Decke - vielleicht auch mit einen einzigen Sprung - zu Ihr auf die Couch und damit in Ihre Arme zu gelangen. Ich habe mir das ganz fest vorgenommen.

Anfang Oktober machte ich das erste mal Bekanntschaft mit der Tierärztin; meine damaligen "technischen Daten: 50 dag schwer, 25 cm Körperlänge (mit gestreckten Kopf) und 11,5 cm Schwanzlänge; ich bekam also die üblichen Schutzimpfungen für mein Alter, wurde Entwurmt und auf etwaige Krankheiten untersucht; auch habe ich einen schönen Kratzbaum geschenkt bekommen (der ist genauso gefleckt wie ich), mit ein paar Liegeflächen und mit einer kuscheligen Höhle. Anfang Dezember wurde ich dann getestet, ob auch mein Blut in Ordnung ist – aber oh Schreck, der Schnelltest hat zwar "Leukose" ausgeschlossen, aber ich soll den "FIP" Virus in mir tragen – für meine Zweibeiner brach eine Welt zusammen! Die Bluttest wurden vorsorglich noch an ein spezielles Labor geschickt um 100%ige Gewissheit zu bekommen! Die ersten Blutproben kamen aber nie im Labor an; jetzt mussten sie mir noch einmal mein Blut abzapfen – ich habe mich gewehrt wie ein Löwe, hab gebissen und gekratzt wie noch nie in meinem Leben zuvor – aber die Zweibeiner fanden nach langem suchen eine Blutleitung und stahlen mir einige Milliliter meines wertvollen Lebenssaftes.

Wieder kamen Wochen der Ungewissheit, zu welchem Ergebnis kommt das Labor? Dann endlich! Der erlösende Anruf der Tierärztin – der Schnelltest hat ein falsches "FIP" Ergebnis angezeigt! Ich, Bärli bin Kerngesund! (50 % der FIP Tests, werden von dem Schnelltest falsch angezeigt; positive FIP Werte, können im Endeffekt negativ sein, aber auch umgekehrt! ACHTUNG BITTE AUFPASSEN! Da es verschiedene Arten von FIP gibt, auch Tierschutzhäuser garantieren nur eine 50%-ige FIP nicht Infizierung! Lediglich ein Labor kann mit 100%iger Sicherheit darüber informieren! Leukose und FIP sind, wie Ihnen sicher bekannt ist, die gefährlichsten Krankheiten, die Katzen treffen können! Bei Leukose Infizierung soll der Tierarzt "B12", angereichert mit Vitaminen spritzen! Nach dem Grad der Infizierung ca. alle 2-5 Wochen (Lebenslänglich)! Diese Impfungen haben meinem "Vorgänger" das Leben um 5 Jahre verlängert und Ihm Beschwerdefrei gestaltet! Gegen FIP gibt es zwar eine - umstrittene - Schutzimpfung, aber bei einer Infizierung, gibt es leider - noch - kein wirksames Medikament!).

Seit kurzer Zeit darf ich auch hinaus in den Garten! Da gibt es eine Menge Neuigkeiten zu inspizieren! Viel weiches grünes Gras, alte hohe Bäume, Vögel aller Art und auch noch andere Katzentiere! Als erstes muss ich gleich einmal probieren auf diesen alten Baum hinauf zu klettern (Föhre, 16 m hoch!) nach einigen Minuten Kraftanstrengung befand ich mich so ungefähr in der Mitte dieses hohen Baumes – wie klein doch die Welt von da oben aussieht! Das herunter klettern ist aber noch viel anstrengender als das hinauf kraxeln! Ganze 30 Minuten habe ich gebraucht und große Angst habe ich gehabt, dass ich hinunter fallen könnte – und meine Zweibeiner sind unter dem riesigen Baum, auf der sicheren Erde gestanden und haben mich sicher hinunter gelotst. In der Zwischenzeit habe ich den alten Baum schon gut im Griff; bis ganz hinauf bin ich schon geklettert und auch wieder hinunter – ohne das ich abgestürzt bin.

Bei einen meiner Ausflüge in die schöne Natur, habe ich auch einen Bach entdeckt; viele Fische und auch Enten leben dort – aber leider wollen die nicht mit mir spielen; Wasser liebe ich! Egal ob in der Badewanne mit Badeschaum, in der Dusche oder auch die etwas kältere Version mit Fischen und Enten (Bach). Meine Zweibeiner sind allerdings nicht so erfreut darüber, wenn ich so "gebadet" nach hause komme – sie schrubben mich dann immer mit einem weichen Tuch so lange bis ich nicht mehr tropfe und wieder ganz trocken bin! Natürlich bin ich ein ganz mutiger kleiner Kater – habe keine Furcht vor den alten und älteren Katzentieren in meiner Umgebung!

Ich bin auch ein ganz technisch begabter junger Kater - ein richtiger Internet Freak bin ich geworden - meine junge Zweibeinerin hat Anfang März sich daran gemacht HTML zu lernen und zu verstehen. Na wenn sie mich gefragt hätte, hätte sie sich so manches jämmerliche Ergebnis erspart. Es muss so in der 3ten März-Woche gewesen sein, als sie ihre erste Homepage - oder wie immer die Menschen das bezeichnen ins Netz gestellt hat - also mir hat ihr Werk sehr gut gefallen. Auf dieser Seite gab es Dinge die sich bewegten - also bin ich doch sofort zum Bildschirm gehüpft und hab mir das von der Nähe angesehen. Als ich jedoch mit meinen Pfoten das bewegende Ding fangen wollte bekam meine Zweibeinerin einen leichten Schock - ich wollte doch eh nur auf den Flachbildschirm hinaufspringen und mich dort drauflegen. Also ich kann euch sagen, dieses Ding - Flachbildschirm genannt - ist schon eine ganz tolle Sache - da tupfst mit der Pfote hin und die Farbe verändert sich ... na ja - aber ich hab ihr den Gefallen gemacht und meine Pfoten von ihrem Bildschirm gelassen - ich hab ja ohnehin mein Katzenspielzeug zum Spielen.

Bis vor kurzen haben die anderen Katzentiere auch mit mir gespielt und waren alle ganz lieb zu mir! Vergangenen Sonntag (26. März 2000) hatte ich dann ein ganz böses Erlebnis! Ich wollte wieder spielen mit meinen Katzenfreunden, als ich in meinem ersten wirklichen Kampf verwickelt wurde! Es war eine ganz furchtbare Erfahrung! Total geschafft und erledigt kam ich nach hause und leckte meine Wunden. Ich humpelte, denn ich wurde ganz arg in das rechte Hinterbein gekratzt. Zu allem Unglück entzündete sich auch noch die Wunde und ich hatte ganz furchtbare Schmerzen. Es bildete sich ein unansehnlicher Eiterherd der zu einer großen schmerzhaften Beule wurde. Alle putz und leck Versuche schlugen fehl – er wurde immer größer und schmerzte immer mehr.

Meine Zweibeiner wussten sich keinen anderen Rat, als die Tierärztin zu verständigen. Die kam auch noch am gleichen Tag und untersuchte mich. Wenn diese Frau kam, wusste ich schon, dass bedeutet für mich nichts gutes! Aus Ihrer Tasche zog sie wieder eine Spritze (diese Frau führt anscheinend nur Spritzen mit sich) und ich schrie wie am Spieß! Wie wenn das nicht schon genug wäre, öffnete Sie auch noch meine große schmerzhafte Beule und drückte sie aus. Wenn mich mein Zweibeiner nicht so fest gehalten hätte, ich hätte Hackfleisch aus der Tierärztin gemacht! Am nachfolgenden Abend hatte ich fast keine Schmerzen mehr; meine Zweibeiner legten mir regelmäßig ein warmes nasses Tuch auf meine Wunde (Kamillentee und Käspappeltee) und ich putzte mich anschließend wieder stundenlang.

Heute (1. April 2000) ist die hässliche Beule schon fast abgeklungen; auch werden meine langen weißen Haare wieder nachwachsen, die mir die Tierärztin aus unerklärlichen Gründen abgeschnitten hat. Ich fühle mich wieder ganz gut, bin wieder übermütig und verspielt wie vor meinem ersten Kampf! Aber ich werde mich noch etwas schonen bevor ich wieder mit den anderen Katzentieren spielen werde; momentan liege ich im Wohnzimmer auf der Couch, lasse mir die Sonne auf mein Fell scheinen und genieße es von meinen Zweibeinern verwöhnt zu werden ... (Stand 1. April 2000, ich bin nun 7 Monate alt und habe zw. 3,2 und 3,4 kg Körpergewicht).

Ca. 2 Monate sind vergangen seit Anfang April - heute ist der 10. Juni 2000 - was ist in der Zwischenzeit geschehen?

Seit Anfang Mai kann ich ohne Probleme (meistens jedenfalls) auf die Fensterbretter meines Hauses springen - jetzt kann meine Familie wieder die Gartensessel zum sitzen nehmen, da ich keine "Spring-Hilfe" mehr brauche. Zur gleichen Zeit habe ich meine ersten erfolgreichen Beutezüge gemacht - auf mein Konto gehen: beinahe eine Amsel (leider hat mich mein Frauchen so laut angeschrieen, dass ich meine Beute vor Schreck wieder ausgelassen habe - und flux war sie mir entwischt) aber bei meinem 2ten Versuch war ich klüger - nur einmal hat die Amsel einen Ton von sich gegeben - und wie mein Frauchen wieder mit mir geschimpft hatte, war die Amsel schon im Vogel-Himmel - geschmeckt hat sie - na ja - Whiskas schmeckt besser (hat weniger Federn und weniger Knochen) - aber probieren muss man ja alles! - Mein 2tes erlegtes Opfer war ein Maulwurf! - Beim Nachbarn erlegt und gleich nach Hause gebracht - diesmal wurde ich gelobt und gestreichelt - nur ins Haus durfte ich den Maulwurf nicht bringen - hab ich nicht verstanden - aber die Zweibeiner sind manchmal ganz schön eigenartig.

Am 15. Mai 2000 besuchte mich wieder meine ungeliebte Tierärztin - ich wurde kastriert! - Ich wusste ja schon seit längerer Zeit, diese Frau ist gefährlich! 3 Tage durfte ich nicht hinaus - meine junge Zweibeinerin hatte sich extra Urlaub genommen um mich abzulenken und mit mir zu spielen. Die ersten 24 Stunden hab ich nur verschlafen - dann hat es nochmals 12 Stunden gedauert, bis ich endlich alle Nachwirkungen von der Narkose abgeschüttelt habe. Aber dann wurde es schon lästig, dass ich nicht in den Garten durfte - aber am Donnerstag, 18. Mai 2000 - durfte ich wieder in meine geliebte Freiheit - ach wie ich das genossen habe!

Anfang Juni hab ich mir dann einen Schnupfen geholt - entweder von dem Zweibeiner meiner Familie oder ich hab einen Katzenvirus erwischt - noch dazu hab ich zuvor einen Zweikampf gehabt - mit Nachbars schwarzen Katze. Sie hat mich in mein Ohr gekratzt und mir eine tiefe Wunde oberhalb meines linken Auges verpasst - jetzt tränten mir meine Augen von der Grippe und von dem Cut. Meine Nase war ganz trocken und ich war immer müde. Aber am schlimmsten war, dass ich ununterbrochen niesen und kotzen musste. Vom Durchfall ganz zu schweigen. Jeden Tag mussten meine Zweibeiner hinter mir putzen. Es kam also wie es kommen musste - meine mittlerweile gehasste Tierärztin wurde wieder gerufen. Ich bin ein ziemlich kleiner Kater - hab noch immer 3,4 kg - und ich habe aufgrund meiner Verkühlung nix mehr fressen wollen und habe abgenommen. Mir war alles egal zu diesem Zeitpunkt - soll Sie nur machen was sie will - diese furchtbare Frau. Sie piekste mich zur Abwechslung wieder einmal mit einer Ihrer Spritzen - die nächsten 24 Stunden hab ich fast nicht geschlafen, weil ich keine Luft mehr bekommen habe und nur noch niesen musste - aber dann fing die Injektion zu wirken an. Ängstlich wie meine Zweibeiner sind, haben Sie die Frau Doktor 3 Tage später nochmals gerufen - sie wollten 100%ig sicher sein, dass ich bald gesund werde - und wieder ein Spritzerl. Jetzt geht es mir wieder gut - ich bin ganz gesund - voller Lebensgeist und immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und Möglichkeiten wie ich mein Zweibeiner zum Narren halten kann und zum Lachen bringen kann - es gelingt mir immer wieder ! Auch hab ich einen Freund gefunden - einen im Gegensatz zu mir - alten hellgrauen Kater. Mit Ihm spiele ich immer, wenn meine Zweibeiner nicht da sind. Heute ist Samstag, der 10. Juni 2000 und zur Zeit bin ich noch draußen im Garten spielen, jagen oder einfach die Freiheit genießen ...

Es wird so gegen September 2000 gewesen sein, als ich damit begann meine Zweibeiner zu erschrecken - na das ist vielleicht ein lustiges Spiel. Ich sitze versteckt hinter einer Tür oder unter der Couch und wenn dann einer meiner Zweibeiner - meistens meine junge Zweibeinerin - unvorbereitet vorbei ging, schnelle ich hervor und erschrecke denjenigen ganz heftig. Manchmal ließ meine junge Zweibeinerin dann alles, was Sie gerade in den Händen hielt, fallen - und dann, wenn Sie sich wieder gefangen hatte - die Bescherung wieder weggeräumt hatte - schimpfte Sie mit mir und sagte "brave Katzen tun so etwas nicht" - aber hab ich mich jemals schon danach gerichtet ??? Nein, wer oder was ist eine "brave" Katze ????

Auch ein lustiges Spiel ist das hoch hüpfen am Körper meiner jungen Zweibeinerin. Das geht dann folgendermaßen: meine Zweibeinerin, sie ist ja nicht sonderlich groß, streckte ihren rechten Arm rechtwinkelig vom Körper und ich sprang dann von unten auf Ihren Arm und halte mich fest. Anstrengend ist es schon, aber Sie nimmt mich dann immer gleich liebevoll in Ihre Arme und drückt mich ganz lieb und fest und lobte mich für meine akrobatische Leistung. Manchmal spielten wir das 5 - 7 mal, bis mir halt die Sprungkraft aus den Beinen verschwindet, dann spielten wir ebenerdig weiter oder kuscheln ein bisschen miteinander.

Kuscheln und Schmusen (natürlich nur wenn ICH es wollte, ist eine Lieblingsbeschäftigung von mir), da meine Zweibeinerin viel bei Ihrem Computer arbeitet muss ich Ihr meistens auf Ihren Schoss springen um Sie von Ihrer Arbeit abzulenken und Sie darauf hinweisen, dass ICH jetzt schmusen und/oder spielen möchte. Was mir auch immer gelang. OK - es ist öfters vorgekommen, dass ich so unglücklich auf Ihre Tastatur sprang, dass Ihre gerade bearbeiteten Daten fort waren - erfreut war Sie zwar nie darüber - aber Böse sein, konnte Sie mir ja nie sein. Ich denke, in Menschenworte ausgedrückt - ich habe Narrenfreiheit !

Im Stiegenaufgang zu meiner jungen Zweibeinerin steht ein, die Menschen nennen es Schuhkastl - was immer das auch ist. Darauf liegt eine Decke, Tischtuch genannt und darauf wieder eine Vase mit Seidenblumen. Meine junge Zweibeinerin dachte Sie ist klug und füllte die Vase mit solchen kleinen Steinchen, wie ich im Katzenklo hab (unbenützte natürlich), damit die Vase mehr Stabilität hat und meinen "Angriffen" nicht ganz schutzlos ausgeliefert ist - aber weit gefehlt - ich schaffe alles .... ich habe zwar nicht mitgezählt aber so zwischen 7 und 10 mal hab ich es geschafft die Vase samt den vielen Tausenden kleinen Steinchen umzustoßen und Sie im ganzen Stiegenhaus zu verteilen. Aber meine Zweibeinerin ist eine Spielverderberin - Sie entfernte die Vase mit den Steinchen und ich hatte dann nix mehr, was ich "abwatschen" konnte ...

Was ich auch noch sehr gerne mache, ich nasche für mein Leben gerne - alles was meine Zweibeiner essen will ich auch probieren ... von Schokolade bis Pudding ... von Kaffee bis Butterbrot ... von Gemüseeintopf bis Packerlsuppe - einmal muss ich kosten. Und wenn meine Zweibeiner nicht freiwillig was zum Probieren hergeben, warte ich einfach auf einen Moment, wo sie nicht aufpassen und stecke mein Naserl in den Topf oder Tasse oder Teller ... leider bemerken sie es immer wenn ich von was genascht habe und dann versuchen sie mir immer ins Gewissen zu reden, dass man (Katze) das nicht tun darf ... aber sie sind doch selber schuld - sie können mir ja was freiwillig geben ...

In letzter Zeit beschwerten sich meine "Untermieter" (das sind die Menschen die im Erdgeschosses meines Hauses wohnen, immer öfters, dass ich zu laut sei. Das ich zu oft was vom Tisch schmeiße und das Sie dadurch jedes mal aus den Schlaf gerissen werden - was kann denn ich dafür, dass die schon um 2 h Früh schlafen wollen ... und außerdem ist auch meine junge Zweibeinerin nicht ganz unschuldig, Sie hinterlässt immer so ein Chaos auf den Tischen und Ablagen, da muss ich doch aufräumen. Und was meinen lauten Gang betrifft - wer wird denn so kleinlich sein, ein kleiner Startsprint kann schon mal etwas lauter ausfallen - aber deswegen gleich so einen Zirkus machen ... ist zeitweise schon schlimm mit meinen Zweibeinern ....

... mein 2tes Weihnachtserlebnis (Jahr 2000) ...

Irgendwie kann ich die verrückten Zweibeiner ja noch immer nicht verstehen, da fällen Sie in der Natur Bäume und stellen sie dann im Wohnraum auf ... alle sind - wie immer um diese Zeit - hektisch und sausen durchs ganze Haus und in meinem großem Wohnzimmer steht ein 2,60 m hoher Tannenbaum mit mindestens 2 Metern Durchmesser ... einen ganzen Tag lang habe ich mir dieses Ungetüm von Baum ungläubig angesehen - ich konnte es nicht glauben was mir meine gelbgrünen Äuglein da zeigten. Aber ich sag euch, es kam noch verrückter ! Am nächsten Abend, ich schlief im Bett - wo denn sonst ? - als meine junge Zweibeinerin eine große Leiter anschleppte und mindestens 30 Schachteln herbei räumte - ich wurde geweckt durch diesen Krach und schaute gleich mal missmutig nach, was die verrückten Zweibeiner jetzt aufführten .... eine Schachtel nach der anderen wurde geöffnet und ich steckte mein neugieriges Näschen natürlich in jede einzelne und da waren ja lauter große und kleine glitzernde Kugeln, Ketten und sonstige interessante Dinge. Ich beobachtete das Treiben meiner jungen Zweibeinerin und nahm sorgfältig jede Kugel und jeden Baumbehang (so nennen die Zweibeiner diese glitzernden Dinge) genauestens unter die Lupe. Am Abend zündeten Sie auch noch ein paar Kerzen auf den Baum an - ich war ganz entzückt !!!! Jeder packte seine Päckchen aus, ich bekam auch 2 mit schmackhaften Leckerein. Wie der Baum so in seiner ganzen Pracht stand, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen - ich musste hinauf. Hab ich doch eh 2 Tage lang darauf gewartet. Alles war ruhig in meiner Wohnung, die junge Zweibeinerin saß auf der Couch (ca. 3 m neben mir und dem Baum) und ich begann ganz leise und vorsichtig am dicken Stamm der Tanne hinauf zu klettern. In ca. 2 m Höhe beendete ich meinen Aufstieg und begab mich auf einen seitlichen Ast - hab ich ja auch voriges Weihnachten schon gemacht - und nix ist passiert ... na ganz so spurlos war mein heuriger Ausflug nicht ... der Baum wackelte und schwenkte hin und her - bis er (der Baum) und ich das Gleichgewicht verloren - was soll ich euch mehr sagen ... ich konnte mich gerade noch in Sicherheit bringen bevor der ganze Baum (2,6 m) samt Behang und sonstigen Firlefanz in die Waagrechte und dann auf den Holzboden knallte. Meine junge Zweibeinerin machte zwar den Versuch den Baum im Fallen zu stoppen - kam aber leider zu spät. Ich hab mich vor Schreck gleich sicherheitshalber unter dem Tisch versteckt und schaute neugierig meiner Zweibeinerin zu, wie Sie die Tanne mit den vielen zerbrochenen Kugeln wieder aufstellte und notdürftig wieder zurechtputzte. Ich verstand nur Bahnhof, da stellen Sie sich einen Baum in die Wohnung und nicht mal kletterfest ist das Ding. Also Christbaum aufputzen hab ich doch wahnsinnig gerne - ich räume den Baum ab - natürlich gingen dabei etliche Kugeln zu Bruch, aber wie heißt es so schön "wo gehobelt wird, fallen Späne" - und meine Zweibeinerin hat die Weihnachtsfeiertage sowie nix besseres zu tun als immer wieder den Baum aufzuputzen. Anfang Jänner hat Sie mich dann um mein Wohnungs-Baum-Vergnügen gebracht - die vielen Schachteln wurden wieder herausgeholt und der Baum wurde abgeräumt und verschwand auch kurz darauf.

Heuer (Jänner 2001) haben wir einen Schneelosen Winter gehabt - war eh besser - so hat man mich kleinen Weißen wenigstens nicht suchen müssen. In der Zwischenzeit entwickelte ich mich zu einem guten Jäger. Zu meiner Beute zählten Vögel, Frösche, Mäuse und sonstiges Kleinvieh - aber gefressen hab ich nur einmal eine Maus. Einmal und nie wieder - danach wurde mir sehr übel und ich kotzte (sorry) wie ein Reiher. Also beschloss ich, fangen ja, spielen ja - fressen nein! Die Tage vergingen wie im Flug, mein Tagesablauf spielte sich mehr oder minder so ab: zwischen 5.30 und 6 h holte mich die Zweibeinermama vom Obergeschoss - was heißt eigentlich holen ? - ich war ja immer schon munter um diese Zeit und als Sie die Türe aufmachte kam ich zu Ihr ins Erdgeschoss. Da gab's Frühstück, Streicheleinheiten (die Reihenfolge variierte) und dann ging ich in den Garten, wartete auf meinem Katzenfreund aus der Nachbarschaft, der ist zwar schon ein etwas älterer Herr, aber wir mögen uns sehr und wir streifen meistens gemeinsam durch die Nachbarschaft. Gegen 7 Uhr folgt dann Frühstück Nummer 2 dann ging's wieder in die Natur hinaus - gegen 10 oder 11 h folgte dann das Mittagsschläfchen im Haus - so bis gegen 17 Uhr ... dann noch ein kleiner Abendspaziergang und so gegen 22 oder 23 h ging ich dann endgültig schlafen - wieder bis morgen Früh. Tagein tagaus ... Zwischendurch halte ich auch meine Zweibeiner mächtig auf trapp. Keiner Schachtel, keiner Kiste, keiner Tragtasche kann ich widerstehen, überall muss ich mit meiner Nase hinein und schauen was drinnen ist. Einmal hat mein Frauchen ganz laut mit mir geschimpft - Sie räumte gerade den kalten Geschirrspüler aus und ich wollte ja nur sehen was da drinnen ist, als Sie sich kurz umdrehte setzte ich mich kurzerhand zwischen das ausgekühlte und bereits trockene Geschirr - ich kann euch sagen, das hat ein Geschrei gegeben. Eins meiner Lieblingsbeschäftigung war vor "meinem" Fernseher (so nannte es meine junge Zweibeinerin) zu sitzen, der laufenden Waschmaschine - die konnte noch so klappern oder rattern - es faszinierte mich immer wieder ganz furchtbar. Ich versuchte die darin drehenden Dinge zu fangen - was mir aber nie gelang, war doch immer so eine dumme Glastrommel zwischen mir und der drehenden Wäsche. Der Vollständigkeit halber muss ich auch noch meine Leidenschaft für Kabeln und Bänder erwähnen, und seit neuestem auch meinen erst kürzlich entdeckten Lieblingsplatz Nr. 2 - eine kleine Plastikwanne (so ca. 30x30 cm) genau so weiß wie ich ... entweder liege ich selber drinnen und schlafe oder ich räume mein vieles Spielzeug hinein. Wie schon weiter oben erwähnt - bin ich ja alles andere als Wasserscheu - nur allzu gerne sitze ich auch in der Küchenspüle und im Waschbecken im Badezimmer - meine junge Zweibeinerin schimpft zwar immer - aber das Lachen konnte Sie sich nie verhalten.

Im März (2001) bekam ich dann meine Auffrischungsimpfung (FIP und Leukose) na Leute da kann ich euch eine Geschichte erzählen. Kam doch wieder diese unmögliche Frau - Tierärztin genannt und verpasste mir wieder einmal ihr Spritzerl. Danach verzog ich mich flux ins Dachgeschoss und wartete bis die Spritzerl-Tante verschwindet. Aber irgendwie fühlte ich mich komisch ... nach so ca. 30 min kam meine junge Zweibeinerin um nach mir zu sehen. Zuerst schaute Sie mich ungläubig an und dann lachte sich - warum denn nur ???? Irgendwie hab ich das neue Präparat der Schutzimpfung nicht vertragen und mein Gesicht schwoll an, so dass ich - nach Aussage meiner Zweibeinerin - wie ein kleiner Breitmaulfrosch ausgesehen habe. Also schnappte Sie mich und brachte mich abermals zu dieser verhassten Frau ... und ich brauche nicht zu sagen was DIE wieder machte ... ich bekam abermals eine Dosis aus der Spritze. Sie streichelte mich und sagte voller entsetzen, das Ihr so etwas noch nie passiert ist - noch nie hat eine Katze auf diesen Impfstoff allergisch reagiert - aber was soll's - ich bin halt keine gewöhnliche Katze - ich bin BÄRLI !!!! Nun das war mal die Schutzimpfung gegen Leukose ... eine Woche darauf kam die FIP Schutzimpfung dran - da werde ich nicht gestochen, sonder ich bekomme eine Flüssigkeit in die Nase verabreicht - auch unangenehm kann ich euch sagen, aber meine Zweibeiner wollen mir halt den best möglichen Schutz geben. Ich weis, Sie tun nur das Beste für mich.

Heute schreiben wir den 18. April 2001. Seit etwas mehr als einer Woche geht es mir gar nicht gut - ich bin nun knapp 20 Monate alt - mein Höchstgewicht waren 4,2. Jetzt hab ich gerade noch 3,6 - ich atme schwer und ich bekomme immer weniger Luft. Jeder Schritt ist anstrengend für mich - springen kann ich auch nicht mehr, weil es viel zu anstrengend für mich ist. In den letzten 10 Tagen, war fast täglich diese Tierärztin wieder hier ... sie vermutete zuerst eine Lungenentzündung ... und ich bekam Antibiotika. Meine Beschwerden wurden leider nicht besser, sondern immer schlimmer. Ich konnte nicht mehr auf der Seite liegen und schlafen, sondern nur mehr so sitzen/liegen wie eine Sphinx ... von spielen und schmusen (was ich ja immer so liebte) ganz zu schweigen. Meine Zweibeiner waren mindestens genauso verzweifelt wie ich. Mir wurde bereits seit einer Woche Hausarrest erteilt. Wir alle warteten, dass sich mein Zustand bessert - was aber leider nicht eintrat. Heute, 18.4.2001 verabschiedete sich meine junge Zweibeinerin mit ganz vielen Tränen im Gesicht - ich zeigte Ihr die kalte Schulter, mir ging es nicht gut - Sie schluchzte laut auf und musste sich bei mir verabschieden, ihr Job in Wien verlangte nach Ihr. Die Zweibeinermama kümmerte sich - wie immer - ganz ganz liebevoll um mich, Sie machte mit mir während des Tages, wie schon in den Tagen zuvor, Ausflüge in meinen so geliebten Garten. Ich schaute den Vögeln zu und wollte hinter ihnen nachlaufen, was sie mir aber nicht erlaubte und ich wahrscheinlich auch wegen meines schwachen Zustandes auch nicht konnte. Ich hab ein bisserl was gegessen (Spargelschinken, mein Lieblingsessen, diesmal allerdings ohne Käse) war auf dem Kisterl, setzte mich immer wieder vor die geöffnete, nur mit Fliegengitter verschlossene Wohnzimmertüre und genoss die frische Luft, das Gekreische der Vogerln und die spärlichen Sonnenstrahlen. Kurz nach 16.30 kam dann die furchtbare Spritzerl-Frau wieder - aber ich bekam gar keine Spritze - ohhhh wunder!!!! Meine Zweibeinerin setzte mich in einen Katzentransportbehälter (schaut aus wie ein Vogelkäfig - nur halt für Katzen) und fuhr mit mir fort. Irgendwie hat mich Ihre Verabschiedung beunruhigt - schon den ganzen Tag über (wie auch schon die ganze vergangene Woche) hatte Sie Tränen in den Augen und erzählte mir alles mögliche, was ich aber nicht verstand. Ich wusste nicht, wie ich das deuten sollte - zuerst war ich verwirrt - und dann hab ich gemaunzt im Auto der Spritzerl-Frau. Hat mir aber nichts genützt, Sie fuhr immer weiter und weiter ...

Was passiert jetzt? Ich saß da wie ein Häufchen Elend - rang schwer nach Luft und irgendwie war mir alles egal. Ich dachte zurück - noch vor 10 Tagen, hatte ich keinerlei Beschwerden - alles war in Ordnung ... und jetzt das !!!! Ich wurde auf einen Tisch gelegt, was mir gar nicht gefiel - auf den Rücken ... sie zogen mir vorsichtig meine Pfoten auseinander und röntgen mich. Der Gesichtsausdruck der Ärztin und Ihrer Assistentinnen versteinerten sich - sie konnten nicht glauben, was sie sahen. Nochmals zur Sicherheit eine zweite Aufnahme - wieder das gleiche Ergebnis. Auf den Bildern war fast keine Lunge mehr zu sehen. Eine ganz bösartige Form, eines seltenen Leukosekrebses, welcher zwischen dem 1sten und 2ten Lebensjahr urplötzlich auftreten kann, füllte meinen Brustkorb. Fraß meine Lunge auf, die nur mehr zu knapp 20 % arbeiten konnten - drückte auf mein Herz und brachte mein kleines junges Herzerl ganz aus dem Rhythmus und ließ es rasen. Die Damen waren verzweifelt, denn Sie wussten das mir keiner mehr Helfen konnte - ich würde die nächsten 3-4 Tage nicht überleben und ich würde an dem schnell wachsenden Geschwür, welches immer größer wurde, erdrückt werden. Also ich würde qualvoll ersticken. Die Spritzerl-Frau rief meine Zweibeinermama an und erzählte Ihr von dem Untersuchungsergebnis. Die Zweibeinermama heulte laut auf ! Was sollen wir machen ?????

Diagnose: keine Aussicht auf Heilung - noch schlimmer !! keine Überlebenschance! - Wer seinen großen oder kleinen Liebling so sehr liebt, wie wir unser kleines BÄRLI, der kann Ihn nicht quälen und Ihm mit Spritzen sein Leben dahingehend "verlängern", dass er in 3-4 Tagen dann qualvoll erstickt ! Ich sitze hier, das geschriebene ist gerade vor 5 Stunden passiert und ich heule mir die Augen aus den Kopf, die Buchstaben verschwimmen mein Kopf ist heiß und tut weh, das ist meine Art der Schmerzbewältigung - ich tippe in den Computer. Die Zweibeinermama liegt im Bett mit Beruhigungsmittel intus - der Zweibeinerpapa sitzt mit rot-verquollenen Augen vor irgendeiner Sportsendung und wir alle sind so traurig, dass mir die Worte fehlen es zu beschreiben. Jeder der ein Tierchen, sei es auch noch so klein verloren hat, kann das nachfühlen und verstehen. So ist unser kleiner Liebling eingeschlafen ... hinüber geschlafen ... in eine Welt wo es Ihm wieder gut geht, so wie vor 10 Tagen. In nur 10 Tagen, ohne Vorwarnung wurde unser Kleiner von uns weggerissen, trotz der ganzen vorsorglichen Untersuchungen und Schutzimpfungen ...

Jetzt, es ist kurz vor 1 h und unser geliebtes BÄRLI ist im Katzenhimmel, ohne Schmerzen, mit so viel Luft wie er zum atmen und herumtollen braucht - so lebhaft, verspielt und schmusig wie er immer war! Natürlich auch beißend und kratzend wenn er mal wieder unsere Hände/Körper mit einem Kratzbaum verwechselte.

Bärli wir vermissen dich unendlich, der Schmerz zerreißt uns fast das Herz - Du weißt, dass wir alles menschen- und katzenmögliche versucht haben - aber es ist uns nicht vergönnt gewesen mehr Zeit miteinander zu verbringen. Behalte uns genauso in lieber und guter Erinnerung wie wir Dich! Wir werden Dich nie und nimmer vergessen - du warst ein Familienmitglied für uns, Deinen Platz wird keiner mehr Einnehmen - er wird für immer Leer bleiben. Ich hoffe, dass ich noch ein paar Jährchen auf dieser Welt sein darf, aber ich verspreche Dir, wenn es einen Himmel gibt, dann werden wir uns dort wieder sehen. Jetzt bist du bei Minki (+1980) und Tiger (+1999) - ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Du Dich - dort wo Du jetzt bist - wohl fühlst und Dich auch ab und an mal gerne an uns zurückerinnerst.

Ich liebe Dich - wir lieben Dich !

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